Die Bediensteten der JVA Wittlich werden besser bewaffnet

Jeder intelligente und  liberale Mensch, der in der Lage ist, die derzeitige beunruhigende Erosion der Demokratie zu erkennen, dürfte angesichts eines Artikels im Trierer Volksfreund zur Aufrüstung der Bediensteten in der Justizvollzugsanstalt Wittlich vom 19.03.2019 schockiert sein. Hier geht´s zum Artikel im Trierer Volksfreund.

Die Bediensteten werden dennoch mit einem neuen Schlagstock, sog. Einsatz-Mehrzweck-Stock (EMS) ausgerüstet. Dieser EMS soll die Holzknüppel ersetzen.

Der Artikel ist nun schon rund ein halbes Jahr alt. Da DJP seinerzeit offline war, wir nun dieser Artikel aufgearbeitet.

Fakt ist, dass sich Vorfälle in der Justizvollzugsanstalt Wittlich häufen. Doch was oder wer ist dafür verantwortlich?

Die Vorfälle nehmen besonders zu, seit Herr Patzak Anstaltsleiter ist. Im o.g. Artikel bestätigt das ja der Justizminister von Rheinland-Pfalz, Mertin (FDP), der aussagt, dass sich die Vorfälle in den letzten Jahren mehren. In den letzten Jahren war eben Herr Patzak Anstaltsleiter.

Dieser geht grob repressiv vor und schränkt zunehmend jedes Maß von Freiheit der Gefangenen ein. Das wohl dadurch präferierte Ziel, der Verwahrvollzug, ist längst erreicht. Fast kein Gefangener wird gelockert, selbst nicht kurz vor Entlassung, um sich auf die Eingliederung in die Gesellschaft überhaupt vorbereiten zu können. Die Gefangenen werden zunehmend isoliert und die Einschlusszeiten sind selbst für rheinland-pfälzische Gefängnisse horrend. Eine Resozialisierung gibt es in der JVA Wittlich nicht. Das übt ungeheuren Druck auf die Gefangenen aus. Da nicht jeder in der Lage ist, sich gewaltfrei zu wehren, nehmen natürlich die Übergriffe zu.

Wir heißen diese nicht gut. Aus moralischer Sicht kann man Gewalt nicht tolerieren. Gleichwohl muss man aber, wenn man den Übergriffen entgegenwirke will, erkennen, wieso diese Zustände kommen.

Das will offenbar keiner der Verantwortlichen. Dass es zu mehr Gewalt kommt, wenn der Druck auf die Gefangenen stets erhöht wird, ist logisch. Dennoch teilte ich das dem Justizministerium Mainz mehrmals mit. Ich prognostizierte, dass es immer ernstere Übergriffe geben muss, so ist es geschehen. Gehandelt hat keiner. Im Gegenteil, der Anstaltsleiter zieht weiter sein Ding durch, unbeeindruckt von den schlimmen Folgen.

Jetzt passiert etwas sehr typisches für die Justiz Rheinland-Pfalz: Es werden die die Symptome behandelt, statt die Ursache zu beheben.
Die Gefangenen allein sind Schuld (das ist natürlich auch eine praktische Ausrede für immer mehr Repression), deshalb werden die Bediensteten mit besseren Waffen ausgestattet.

Wie aber helfen Waffen, den Übergriffen, die durch Druck auf die Gefangenen entstehen, entgegenzuwirken?

Nun, die Antwort ist einfach: gar nicht!

Sie beschleunigen die Abwärtsspirale. Zudem muss man viel Phantasie haben, um Schlagstöcke als „Verteidigungswaffe“ einzustufen. Das Wort „Verteidigungswaffe“ ist im Grunde schon ein Oxymoron. Dennoch gibt es solchem, z.B. ballistische Waffen, die nur dazu eingesetzt werden, fremde Flugkörper abzufangen. Ein Angriff ist damit nicht möglich. Mit Schlagstöcken aber sehr wohl. Ein Schlagstock ist eine Hiebwaffe. Ein Schwert ohne Klinge und Spitze ist ein Schlagstock. Geräte zur passiven Verteidigung sind Helme und Schilde.

Die JVA Wittlich nähert sich weiter amerikanischen Zuständen in Gefängnissen, obwohl die Gefangenen dort in vielen Knästen, wenn es nicht gerade Mörder sind, sich wesentlich freier bewegen dürfen als die Gefangenen in der Justizverwahranstalt Wittlich, dazu wird es bald einen Bericht geben. Das ist beunruhigend.

Wir haben ja nun geklärt, wie es zu der Gewalt in Wittlich kommt. Schlagstöcke werden daran nichts ändern. Was passiert also als nächstes? Bekommen die Bediensteten dann Schusswaffen als „Verteidigungswaffen“? Steuern wir auf brasilianische Zustände im Strafvollzug hi?

Gewalt, die von manchen Gefangenen ausgeht, ist aus deren Sicht eine Verteidigung. Sie glauben, keine anderen Mittel zu haben.

Ich will dazu ein Beispiel vortragen: Stellen Sie sich mal vor, die Mordrate in Deutschland steigt um ein Vielfaches. Natürlich müssen die Straftaten geahndet werden. Das allein genügt aber nicht. Man muss der Ursache auf den Grund gehen, und schauen, wie es zu der Steigerung kommt, um die Entwicklung im Kerne anzugreifen, nur so lässt sich nachhaltig was verändern, man nennt das Prävention. Ein Wort, dass der JVA Wittlich und andere Teilen der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz unbekannt ist.

Der Erfolg einer Anstalt bemisst sich nur an einem Maßstab, der Resozialisierung. Wird eine solche nicht erreicht, ist dies JVA und die Leitung schlicht nicht erfolgreich. Die Resozialisierung ist das einzige Ziel des Strafvollzug. Eine Fischfabrik wird auch nur daran bemessen, wieviel Fisch sie in welcher Qualität herstellt. Eine Fußballmannschaft, wie oft sie gewinnt. Erfüllt sie nicht die Erwartungen, so muss der Trainer gehen. Keiner sagt dann:“ Das Team verliert oft, die Jungs sind aber ganz nett.“

Es bleibt festzuhalten, dass die Vorfälle laut Artikel in der JVA Wittlich zunehmen. In der Zeit, in der Herr Patzak der Anstaltsleiter ist. In der Zeit, in der der Druck auf die Gefangenen stetig erhöht wird und kaum ein Gefangener gelockert wird.
Was ist nötig, dass die Verantwortlichen diesen aufdringlichen Zusammenhalt verstehen?

Das Fazit:

Schlagstöcke sind nicht dazu geeignet, Druck von den Gefangenen zu nehmen. Sie sind eine hilflose Reaktion auf eine schlechte Leitung der Anstalt. Ich bin nur froh, dass ein Regime noch nie in der Lage war, den Pöbel nachhaltig niederzuknüppeln.

KW 39: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 39 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Positiv ist zu bewerten, dass das Essen spätestens seit Anfang dieser Kalenderwoche deutlich besser geworden ist. Es gab zwar dieselben Gerichte wie sonst, diese waren aber deutlich besser zubereitet und/oder aufbewahrt. Natürlich kann ich nicht von meiner Warte aus erkennen, was dafür verantwortlich ist. Wichtig ist allerdings auch nur, dass sich etwas zum Positiven verändert hat, auch wenn das Essen weiterhin teilweise nur lauwarm war. Daran lässt sich bestimmt auch noch etwas ändern. Das Ziel der Kritik ist stets nur die Verbesserung der Situation, denn Kritik hat keinen Selbstzweck. Daher wird auf weitere Rezepte der Woche verzichtet, solange das Essen auf dem aktuellen Niveau bleibt.

KW 38: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 38 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Monitoring: Vergammeltes Essen war in dieser Kalenderwoche nicht erkennbar.

KW 37: Fischfilet á la Analogkäse vom 13.09.2019

Freitag, den 13.09.2019

Zutaten p. P.:

200 gr. Fisch
50 gr. Analogkäse
20 gr. Mohrrüben
100 gr. Kartoffelpüree fertig aus Tüte

Preis p. P.: (geschätzt)

1,80 Euro

Zubereitung:

Fisch in einer undefinierbaren Sauce mit Stiften von der Mohrrübe garen bis er zerfällt. Anschließend mit geriebenem Analogkäse überbacken. Kartoffelpüree nach Anleitung anrühren, keinesfalls würzen, schon gar nicht mit Muskat und zum Fisch in die Menage klatschen. 3 – 4 Tage aufbewahren, dann lauwarm servieren.

Fazit:

Fisch und Käse ist ein NO-GO. Fällt Ihnen irgendein Gericht ein, bei dem das anders ist? Uns fällt nur die Thunfisch-Pizza ein, das war es auch schon. Außerhalb dieser Ausnahme kombiniert man Fisch – wenn man auch nur ein wenig Ahnung von Kulinarik hat – niemals mit Käse.

Bestellt man beim Italiener z.B. Spaghetti Vongole und fragt nach Parmesan, so wird man schief angeschaut, mit gutem Grund.

Zudem ist nuicht zu verstehen, wieso in der „Sauce“ Karotten sind. In der JVA Wittlich gibt es so häufig Karotten, dass man meinen könnte, Bugs Bunny leitet die Küche.

Nahezu jede Woche werden wir mit geriebenen Karotten beglückt (wird „Rohkostsala“ genannt – hört sich eben besser an). Manchmal ist diesen geriebenen Möhren Paprika aus dem Glas, außerdem Mais und Kidneybohnen aus der Dose beigefüt, wodurch die geriebenen Möhren gleich zum „Partysalat“ aufsteigen (hört sich eben noch besser an). Dazu erhalten wir ein Ei, das zu geriebenen Möhren ebenso gut passt wie Käse zu Fisch.

Übrigens: Der „Nudelsalat“, den es auch häufig gibt, steigt durch die gleiche Zugabe von Paprika, Mais und Bohnen zum „Mexikanischen Nudelsalat“ auf, was sich schon fast kreativ anhört.

In dieser Woche ist noch erwähnenswert, dass das „Hacksteak“ am 10.09.2019 die Art Frikadelle war, die wir immer erhalten (hört sich eben nach Vielfalt an). Dazu gab es halb-rohe Kartoffeln.

Monitoring: In dieser Woche war kein verdorbenes Essen erkennbar.

Irrsinnige Anti-Drogen-Repression in der Justizvollzugsanstalt Wittlich

Normalerweise warte ich nach seltsamen Vorgängen in der JVA Wittlich immer etwas, bevor ich schreibe. Ich verarbeite diese Vorgänge erst vollumfänglich und versuche zumindest, das alles – wenigstens etwas – differenzierter zu sehen.

Diesmal mache ich das anders. Ich möchte nämlich, dass meine Emotionen mit in diesen Artikel einfließen.

Sonntags werden wir um 7:45 Uhr geweckt. Heute Morgen kamen bereits um kurz nach Acht zwei Bedienstete in meine Zelle: UK!

Eine UK ist eine Urinkontrolle, durch die nach Drogenabbauprodukten gesucht wird.

Im besten Fall sind die Bediensteten gut ausgebildet und erkennen daher in den meisten Fällen durch das Zurückrufen auf Erfahrungswerte und – ebenso bestenfalls – auf den gesunden Menschenverstand, wer wahrscheinlich Drogen konsumiert und wer nicht.

In der JVA Rohrbach sowie der JVA Frankenthal funktioniert das richtig gut. In der JVA Wittlich leider überhaupt nicht.

Während ich in den beiden ersteren Anstalten über 2,5 Jahre angemessene zwei Urinkontrollen über mich ergehen lassen musste, sind es in der Justizvollzugsanstalt Wittlich in gut zwei Jahre unfassbare 16, 17 Stück!

Da ich keinerlei Suchtproblematik aufzuweisen habe und ein normaler Mensch mir garnicht zutrauen kann, gerade in Haft Drogen zu konsumieren, wurde ich, bevor ich in den Verwahrvollzug in Wittlich verlegt wurde, eben nur zweimal getestet – ganz logisch – sollte man meinen.

Weit gefehlt: Die JVA Wittlich verschwendet wertvolle Ressourcen, um Drogentests bei Nichtkonsumenten vorzunehmen.

Warum, fragt man sich da. Gut, man weiß, dass ich oft Probleme damit habe, auf Kommando Körperfunktionen hervorzurufen. Die eine UK in der JVA Frankenthal dauerte 3,5 Stunden. Heute waren es zwei. In der JVA Wittlich ist es außerdem so, dass man – das halte ich für rechtswidrig – zwei Stunden Zeit hat, dann gilt es als Verweigerung und man wird, auch als Nichtkonsument, sanktioniert. Die Bediensteten, die die heutige UK durchführten, haben sich anständig verhalten. Trotzdem steht man alleine wegen der Zeit unter Druck, weil man weiß, dass man auch als Nichtkonsument dafür bestraft wird, dass man nicht pinkeln kann. Zudem sind die Bediensteten auch oft ungeduldig und seufzen z.B. genervt, auch wenn das eher unbewusst geschieht. In jedem Falle darf es nicht sein, dass ein Arzt pauschal für alle entscheidet, dass nach zwei Stunden eine Verweigerung vorliegt. Es besteht so nämlich die konkrete Gefahr, dass Unschuldige dafür bestraft werden, wenn sie nicht auf Kommando pinkeln können. Das darf in einem Rechtstaat nicht sein. Zur Erinnerung, ich erhärte diese Befürchtungen dadurch, dass ich in Frankenthal nach 3,5 Stunden eine negative Urinprobe abgab. Vielmehr muss dies im Einzelfall entschieden werden, dabei sind der echte und nicht der vermeintliche Drogenkonsum und das bisherige Verhalten zu Drogen in Haft zu berücksichtigen. Daher hätte ich mich mit legitimen Mitteln massiv dagegen gewehrt, wenn ich trotz fehlenden Konsums bestraft wordn wäre. Eventuell wollte man mich also einfach nur belästigen.

Eine andere Möglichkeit ist die, dass die Bediensteten einfach nicht erkennen, wenn ein Gefangener ein Nichtkonsument ist.

Am wahrscheinlichsten ist aber, dass die Verantwortlichen selbst nicht glauben können, dass man drogenfrei durch den Verwahrvollzug der JVA Wittlich kommt.

Im Bericht „Die Wahrheit über die JVA Wittlich“ erläutern wir schon, dass die fehlende Fähigkeit der Bediensteten, Konsumenten als solche zu erkennen, in der JVA Wittlich, problematisch ist.

Auch wird dort der irrwitzige „Anti-Drogenkampf“ des Anstaltsleiters in Wittlich beschrieben, der die Resozialisierung konterkariert.

Dabei kann man sich schon fragen, wieso ich mich für Drogenkonsumenten einsetze, wenn ich selbt keiner bin. Nun, ich setze mich nicht dafür ein. Zwar kann ich nachvollziehen, dass Drogensüchtige – gerade in Wittlich – wegen des Drucks Suchtmittel konsumieren und würde es sicherlich auch tun, wenn ich der Typ dafür wäre (das Angebot ist groß). Es gibt andere Gründe dafür, nämlich die, dass gerade ich als Nichtkonsument die negativen Auswirkungen des irrwitzigen, erfolglosen und völlig naiven „Kampf“ gegen Drogen sehe. Durch die repressiven Maßnahmen ensteht nämlich ein Druck auf die Gefangenen, der oft erst zum Drogenkonsum führt. Durch die Repression wird zudem die Resozialsierung gefährdet, weil die Gefangenen über Gebühr eingeschränkt werden.

Natürlich ist der Kampf gegen Drogenkriminalität erforderlich. Das ist aber nur ein Nebenschauplatz. Die JVAs existieren nämlich zur Resozialisierung von Straftätern, die es in der JVA Wittlich nahezu in allen Fällen nicht gibt.

Eine JVA ist eine Vollzugsbehörde und keine Strafverfolgungsbehörde. Da es dem Anstaltsleiter offenbar nur darum geht, sollte er in eine Strafverfolgungsbehörde wechseln und die Drogenkriminalität bekämpfen, die die Gesellschaft gefährdet, nämlich die außerhalb, wo Konsumenten z.B. Auto fahren und Unschuldige zu Schaden kömmen können.

Ob in den JVAs Drogen konsumiert werden oder nicht, hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf Sie. Es kann Ihnen im Grunde egal sein. Zumindest sollten die Anstalten das tun, wofür sie bezalt werden, nämlich die Resozialisierung. Seien wir mal ganz ehrlich: Drogensüchtige werden stets Drogen konsumieren, ob diese in Haft sind oder nicht. Repressive Maßnahmen werden sie nicht im Geringsten davon abhalten. Ohne den Willen aufzuhören, kann keine Sucht nachhaltig behandelt werden, auch nicht durch erzwungene Abstinenz, selbst wenn diese funktionieren würde. Der Konsum in Haft hat auf die Gesellschaft keinen großen Einfluss, eine fehlende Resozialisierung jedoch sehr wohl.

In den Nachrihten war jüngst zu vernehmen, dass die JVA Wittlich nun „Drogenscanner“ einsetzt. Viel wichtiger wäre es, mal eine Resozialisierung einzusetzen und auf „Drogenscanner“ und sinnlose UKs bei Nichtkonsumenten zu verzichten. Den Preis für die jetzige Situation tragen nämlich Sie und das in zweifacher Hinsicht: Den „Drogenscanner“ und die 16, 17 UKs bei einem Nichtkonsumenten wie mir (also in einem Fall) zahlen nämlich Sie als Steuerzahler. Ebenso leiden Sie darunter, wenn Straftäter nicht resozialisiert werden. Es geht nur um die Resozialisierung, alles andere sind Nebeneffekte, nur insoweit entgegengewirkt werden darf, solange das Kernthema, nämlich die Resozialisierung nicht beeinträchtigt wird. Angesichts dessen kann man sich für die im kleinen Rahmen medienwirksame Informationen zur Anschaffung von teuren „Drogenscannern“ nur fremdschämen, da das einfach davon ablenken soll, dass in der Justizvollzugsanstalt nicht resozialisiert wird. Eine Vollzugsbehörde, die nicht resozialisiert, versagt schlicht auf ganzer Linie. Ganz egal, was sie sonst noch so tut!

 

Die Wahrheit über die JVA Wittlich

Es gibt Berichte und Stimmen, die die Justizvollzgsanstalt Wittlich als Musteranstalt darstellen. Wir stellen nun klar, wie diese wirklich ist.

Die JVA Wittlich ist die größte Anstalt in Rheinland-Pfalz. Um die 700 Gefangene verbüßen dort ihre Haftstrafen.

Gleichzeitig ist die JVA Wittlich sicherliche eine oder sogar die rückständigste Haftanstalt in Deutschland, zumindest in Rheinland-Pfalz – bezogen auf modernen Strafvollzug – der auf Resozialisierung ausgerichtet ist.

Daher ist es schwer erträglich, wenn diese als Musteranstalt dargestellt wird.

Eine Musteranstalt ist sie vielleicht dafür, wie man es nicht machen sollte. Wie immer wird das natürlich durch DJP anhand von Fakten begründet.

§ 2 des Landesjustizvollzugsgesetzes des Landes Rheinland-Pfalz (hier kann es heruntergeladen werden) ist die Aufgabe des Strafvollzuges die, die Gefangenen zu resozialisieren.

Damit ist gemeint, den Gefangenen dabei zu helfen, zukünftig straffrei zu leben. Dies geschieht in der Justizvolzugsanstalt Wittlich jedoch nur in Ausnahmefällen.

Im offenen Vollzug (OVA) der JVA Wittlich sind immer nur ca. 10 Gefangene von 700 untergebracht. Das etspricht etwa 1,4 %. Selbst in anderen rheinland-pfälzischen Gefängnissen ist diese Quote um ein vielfaches öher. Diese dürfteregelmäßig um die 10 % liegen.

in der JVA Rorbach schätungsweise regelmäßig bei etwa 15 %, die in der dazugehörigen OVA Wonsheim untergebracht sind.

Zudem werden Gefangene in der Wittlicher Anstalt nur in seltenen Ausnahmefällen vorzeitig entlassen.

Der Wohngruppenvollzug, wozu die JVA Wittlich ausgerichtet ist, bei einer Belegung von 15 Gefangenen pro Flur, wird in der JVA nicht praktiziert. Dieser ist in den meisten Gefägnissen längst Standard.

In Wittlich gibt es nicht einmal offene Freizeit und selbst die geschlossene fällt häufig aus.

Sport fällt auch ständig aus. DJP berichtet darüber.

Der Vollzug im Wittlicher Gefängnis ist unbestreitbar ein absoluter Vewahrvollzug, weshalb die Abkürzung „JVA“ dort auch berechtigterweise „Justizverwahranstalt“ heißen könnte.

Der Verwahrvollzug wird nur kurzzeitig durch das Duschen, die Hofstunde, Sport und die wenigen Gruppen unterbrochen, wenn die beiden letzten einmal nicht ausfallen.

Demzufolge sind die Einschlusszeiten ehr hoch – bis zu 23 Stunden pro Tag.

Ein Beispiel:

Als evangelischer Gefangener kommt man samstags und sonntags maximal 3,5 Stunden aus der Zelle. Die Einschlusszeit beträgt sodann vom Einschluss freitags um 18.00 Uhr bis zum Aufschluss montags um 6.00 Uhr unfassbare 56,5 Stunden.

Das ist nicht mit dem Gesetz vereinbar. In § 19 LJVollzG heißt es in Absatz 1:

„Außerhalb der Einschlusszeiten dürfen sich die Gefangenen in Gemeinschaft aufhalten.“

In § 64 desselben heit es in Artikel 1:

„Auch an den Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen sind geeignete Angebote beritzustellen.“

Solche Angebote gibt es in der JVA Wittlich mitnichten.

Dieser Verwahrvollzug ist absolut schädlich, isoliert die Gefangenen und konterhariert das Ziel der Resozialisierung.

Das teilte ich dem Ministerium bereits mehrmals mit. Passiert ist jedoch nichts.

Ganz im Gegenteil, die total verriegelte JVA Wittlich isoliert die Gefangenen immer weiter. Sie wird immer repressiver. Sie macht eine Rückwärtsentwicklung durch.

Auch dafür gibt es ein Beispiel:

Vor einigen Monaten noch gingen alle Gefangenen einer Abteilung gemeinsam zum Friseur. Dann Beschäftigte und Unbeschäftigte getrennt. Dann die Unbeschäftigten zusammen pro Flur. Nun wird fast jeder Gefangene einzeln zum Friseur gebracht. Ein unfassbarer Arbeitsaufwand, der absolut unnötig ist.

Was ist das Problem?

Der Verantwortliche dieser Webseite hält persönlich den Anstaltsleiter Patzak für die Ursache, seines Erachtens ist dieser für den Job ungeeignet.

Auch das wird begründet. Herr Patzak war vorher Staatsanwalt. Seine Aufgabe war es also, Straftäter einzusperren, jetzt soll er sie resozialisieren und lockern, also herauslassen. Wie soll das funktionieren?

Zudem scheint er sich nur um eines zu kümmern: Sein Kampf gegen die Drogenkleinkriminalität in der Anstalt.

Natürlich ist es wichtig, dass Drogenschmuggel möglichst unterbunden wird. Dies nimmt in der JVA Wittich aber solch repressive Züge an, dass diese Maßnahmen eine Isolation und Druck auf die Gefangenen folgen, die gerade zu Drogenkonsum führen.

Zudem sind diese Maßnahmen nahezu erfolglos. Die JVA dürfte der größte ud konzentrierteste Drogenumschlagsplatz in Wittlich sein, so die Einschätzung des Autors.

Es wirkt außerdem so, als wolle Herr Patzak sich persönlich profilieren.

In Ausgabe 11 (2018) der zensierten Knastzeitung der JVA Wittlich schreibt dieser – offenbar sehr auf externe Bestätigung bedacht – in einem Text am Anfang der Zeitung:

„Unsere deutschlandweit Beachtung findenden Bemühungen, den Drogenkonsum durch Einsatz besonders geschulter Bediensteter aufzudecken, sind Ihnen hinlänglich bekannt.“

Das ist typisch. Eine Suggestion, wie die, dass die JVA Wittlich eine Musteranstalt sei. Dem Autor, der seit 11/17 in der Justizvollzugsanstalt untergebracht ist, ist von „besonders geschulten Bediensteten“ gar nichts bekannt.

Auch glauben wir nicht, dass ganz Deutschland gespannt beobachtet, was Herr Patzak so tut.

Dem Willen der Gefangenen, Drogen zu konsumieren, wird nichts entgegengesetzt. Ganz im Gegenteil, durch den Druck durch die Verwahrung und den langen Einschlusszeiten wird das Verlangen nach Drogenkonsum für Anfällige regelrecht befeuert. Das ist ganz logisch.

Die resozialisierungsunverträglichen Maßnahmen, die noch nicht einmal erfolgreich sind, befeuern eher noch den Drogenkonsum.

Auch die Namen sind verheißungsvoll:

Z.B. wird die Zelle in der Justiz RLP nun „Haftraum“ genannt, ohne dass diese sich geändert hätten.

In der JVA Wittlich wird ein Flur, in dessen Räumen Hauptschulkurse, Deutschkurse, bald nun ein Englischkurs angeboten werden, als „Bildungszentrum“ oder „Pädagogisches Zentum“ bezeichnet, was wohl etwa überzogen ist.

Große Namen und „Bemühungen“ genügen nun einmal nicht. Gibt es in Wittlich keine Zäsur, so sieht der Autor schwarz.

Die Anstalt ist auch sehr schlecht organisiert. Derzeit gibt es nicht einmal den gesetzlich vorgeschriebenen Anstaltsarzt. DJP berichtet hier.

Die Entlassungen sind ebenfalls ein großes Problem. Da nur Ausnahmefälle – auch gegen Ende der Haft – gelockert werden und den Gegangenen kaum für die Entlassung geholfen wird, werden diese häufig – auch nach jahrelanger Haft – mitein paar Euro am Entlassungstag auf die Straße gesetzt. Dann heißt es:“Nun, mach´einmal. Du bist jetzt resozialisiert.“

Die Abteilungsleitungen sind restlos überfordert, weil kaum jemand gelockert wird und vorzeitig entlassen wird. Deshalb ist der Knast wesentlich voller, als er es sein müsste, demzufolge haben die Bediensteten mehr Arbeit – auch das ist eigentlich logisch, sollte man meinen.

Die Justizvollzugsanstalt Wittlich erfüllt derzeit ihren einzigen Zweck, die Resozialisierung, so gut wie gar nicht.

Wozu gibt es die Anstalt dann?

Tja, das ist schwer zu verstehen. Wir sind dem aber auf der Spur. Schließlich muss es an der Anstalt liegen. Es ist ausgeschlossen, dass gerade in Wittlich viel schlimmere Gefangene, nahezu alle mit Missbrauchsgefahr bei Lockerungen, als in allen anderen Gefängnissen untergebracht sind.

Wir bleiben dran!

Ihr Team von DJP

Weiteres zur JVA Wittlich:

Übersicht zur JVA Wittlich
Daten und Fakten
Knasttagebuch
Rezepte der Woche
Kein Sport in Wittlich
Kein Arzt in der JVA Wittlich

 

KW 34: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 34 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Monitoring: Vergammeltes Essen war in dieser Kalenderwoche nicht erkennbar.

Schon wieder kein Sport in der JVA Wittlich

20.08.2019 – Man könnte es für ein Déjá Vu halten. Aber nein, leider ist es Realität. Heute um 15.00 Uhr kam die mittlerweile regelmäßige Durchsage: „Heute kein Sport mehr“.

Was ist hier los?

Da es wesentlich weniger Tage gibt, an denen Sportaktivitäten ausfallen, als die, an denen das gesamte Programm stattfindet, richten wir nun eine eigene Kategorie ein: „Kein Sport in Wittlich“, in der einfach alle Tage genannt werden, an denen Sport ausfällt.

Hier geht es weiter mit den Berichten über Sport in der JVA Wittlich