KW 48: Indische Currysuppe vom 28.11.2019

Donnerstag, den 28.11.2019

Zutaten p. P.:

Wasser
Currypulver
Reis
etwas Gemüse

Preis p. P.: (geschätzt)

0,50 Euro

Zubereitung:

Curry und Wasser mischen und Gemüse total zerkochen. Reis verkochen (nicht abwaschen, sodass er sandig bleibt) und in die Suppe geben. Lauwarm servieren und zur Suggestion von Kreativität „Indisch“ nennen.

Bemerkung:

Diese Woche ist wieder etwas interessantes passiert. Erst vor zwei Wochen gab es zum Mittagessen eine Frikadelle. Diese Woche (am 26.11.2019) wieder. Um das zu verbergen, nannte man die Frikadelle diesmal einfach „Hackbraten“. Brao! Man kann sie noch Bulette, Fleischpflanzerl und / oder Fleischklops nennen, so kann man jede Woche Frikadellen  ausgeben, den Schein der Variation aber wahren.

 

Das Essen wird stets schlechter

Leider ist festzustellen, dass die Qualität des Essens zunehmend schlechter wird – und zwar insgesamt. Letzte und diese Woche war es sehr schlimm, Es gab wieder das ungenießbare Rahmgemüseragout (13.11.2019), ein Kassler, das von Konsistenz und Aussehen an einen Pferdhuf erinnerte, so zäh und durchwachsen, dass auch das unenießbar war (14.11.2019). Samstags (17.11.2019) gab es mittags wieder zwei Germknödel als Hauptgericht (nicht als Nachspeise) und abends „Nudelsalat“ in Seifenlauge.

Aber klar, wir sind Strafgefangene. Daher haben wir kein Recht auf genießbare Essen.

„Sollen die doch froh sein, dass sie überhaupt was kriegen.“ Natürlich ist für intelligente Menschen klar, wer Straftaten begeht, hat danach nie wieder ein Recht auf irgendwas. Wieso sollten die Steuergelder auch sinnvoll für genießbare Essen ausgegeben werden für Einbrecher und Schwarzfahrer. Dann werden die Grundzutaten lieber ungenießbar gekocht, so dass viel davon weggeworfen werden muss. Ja, ja, das ist sinnvoll!

Mit Essen im Gefängnis ist es wie mit Essen auf einem Schiff. Ist es schlecht, ist die Stimmung schlecht. Welche Folgen eine schlechte Stimmung (das Essen ist dja nur ein Teil der Gründe) in Gefängnissen haben könen, dürfte jedem klar sein. Wundern braucht sich dann keiner mehr!

Welche Führungsaufsicht versucht man Kritikern aufzuerlegen?

Da ich eine Haftstrafe von mindestens zwei Jahren vollständig verbüßt habe, kann man mir Führungsaufsicht auferlegen. Sie sollen die Möglichkeit haben, das live mitzuverfolgen.

Wird man versuchen, mir die Kritik z.B. verschleiert durch Vorwände zu verbieten? Die VALin der Abteilung 6 deutet das ja schon in ihren Hetzschriften (Vollzugspläne) an. Nach  Wittlicher Logik hatten meine Scheinfirmen etwas mit dem Webdesign zu tun. Keine Sorge, das müssen sie nicht verstehen. Das tut keiner!

Wird man versuchen, mir das Spielen in Casinos zu verbieten? In meinem Urteil steht, dass ich eine fünfstellige Summe verspielt hätte.

Man unterstellte mir – natürlich erst in der JVA Wittlich und nach der Rückverlegung wegen meiner Kritik, um mich schlecht zu schreiben – auf einmal eine mögliche Spielsucht, ohne irgendwie die Sachverhalte erforscht zu haben. Eine Sozialarbeiterin, die sich gerne – und leider stets erfolglos – als Psychologin versucht, fragte dazu, ob ich eine Spielekonsole auf der Zelle hätte. Sie hatte wieder einmal ihre ganz eigene „Interpretations-Denkweise“.

Mich tangiert das alles letztendlich nicht. Ich will Ihnen aber live vorführen, was diese Leute so tun. Ich werde alles veröffentlichen, plus Rechtsprechung. Die Stellungnahmen, Anträge und Beschlüsse.

Man kann sich fast sicher sein, dass die Verantwortlichen, wenn sie nicht mehr die Möglichkeit haben, mich über unmittelbare Ausnutzung der Staatsgewalt zu „kontrollieren“, es mittelbar sogar dreisterweise noch nach Haft zu tun versuchen. Es wird als wieder einmal spannend!

KW 45: Fischfrikadellen und Kartoffeln vom 08.11.2019

Freitag, den 08.11.2019

Zutaten p. P.:

2 Fischfrikadellen
4 kleine Kartoffeln
3 Blatt Salat
Ketchup

Preis p. P.: (geschätzt)

0,80 Euro

Zubereitung:

Die Fischfrikadellen anbraten. Die Kartoffeln in ungesalzenem Wasser kochen. Alles stehen lassen (die Kartoffeln müssen außen vertrocknet sein). Am Tag des Servierens kurz erwärmen und ausgeben. Gleichzeitig etwas geschmackloses Wasserdressing in eine Schale geben und drei Blatt Salat darauflegen. Fertig!

Fazit:

Es wird leider immer schlimmer. Abgesehen von o.g. ist es für einen erwachsenen Menschen unmöglich, davon satt zu werden. Zwei kleine Fischfrikadellchen, ein paar Kartoffeln und etwas Salat: Wie soll das auch nur annähernd sättigen? Dazu gibt es Ketchup. Fisch und Ketchup für Erwachsene also. Mich erinnert das Gericht, abgesehen von der niedrigen Zubereitungsqualität, an ein „Biene Maja“-Gericht, wie es in Restaurants für Kinder serviert wird. Das Essen hatte maximal 600 kcal. Der dafür Verantwortliche sollte sich schämen und hoffentlich selbst mal hungern.

Am Donnerstag (07.11.2019) gab es abends wieder puren Quark. Das ist die Krönung der Lethargie. Welcher normale Mensch würde darauf kommen, anderen nur verdünnten Quark aufzutischen? In meinen Augen ist das Sadismus. Ein Abendessen für 30 Cent.

Was ist los? Warum wird nicht nur die Qualität immer schlechter, sondern das Essen auch noch günstiger (obwohl das wohl kaum möglich ist)?

Braucht der Anstaltsleiter das Geld für seinen sinnlosen und hobbymäßigen „Anti-Drogenkampf“? Naja, es ist ja leicht, Geld von Mäulern abzusparen, wenn nicht das eigene Mäulchen davon betroffen ist.

Monitoring: In dieser Woche war das Essen oft grenzwertig, was die „Frische“ anbelangt. Das Fleisch hat vereinzelt gestunken. Mehrere Gefangene berichteten zudem, dass der Fleischkäse (Mittagessen vom 04.11.2019) verdorben war. Sie klagten über tagelange Magenprobleme. Pfui!

Bald erster Gastbeitrag eines anderen Gefangenen der JVA Wittlich

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass sich schon bald ein anderer ehemaliger Gefangener der Justizvollzugsanstalt Wittlich hier zu Wort melden wird.

Er hat seine ganz eigenen Erfahrungen mit der JVA Wittlich gemacht. Es wurde nach seiner Aussage anwaltlich versichert, dass er am 01.09.2019 eine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten in Ulm beginnen kann. Seine Entlassung ist ohnehin Mitte November 2019.

Dennoch hat man ihm das nicht ermöglicht und ihn nicht dort in die OVA verlegt. Die Anstalt hat also seine durchaus guten Chancen auf ein anständiges Leben vereitelt. Sie hat seine Resozialisierung regelrecht blockiert und ihm eine gute Zukunft verbaut.

Warum hat sie das getan?

Über die Gründe soll sich der Betroffene hier selbst äußern. Ich werde nicht zensieren, sondern nur darauf achten, dass sein Beitrag mit unseren Richtlinien übereinstimmt.

Das ist nur der Anfang. Im Laufe der nächsten Jahre werden weitere Zeugen hinzukommen, soviel ist sicher.

Gab es bei ihm ebenfalls belegte Falschbehauptungen, um ihm die Resozialisierung zu blockieren? Handelt es sich bei meiner Person um einen Einzelfall oder handelt die JVA Wittlich systematisch resozialisierungsfeindlich?

Viele Fragen jetzt – viele Antworten gibt es schon bald!

Erneut Provokation gegenüber dem Autor

Am 02.10.2019 wurde erneut eine Zellenkontrolle bei mir durchgeführt. Das ist ein Recht der Anstalt. Ganz offensichtlich, denn das Gut wurde nur hin und her bewegt, wurde gezielt angeordnet, etwas zu finden.

Die „überambitionierte“ Wärterin tat es. Sie fand eine der Decken, mit einem Brandloch. Da ich nicht im Bett rauche, kann das nicht von mir stammen. Das interessierte sie aber nicht. Sie schrieb für die etwa 20 Jahre alte Decke eine Schadensmeldung in Höhe von gut 15 Euro. Unter Androhung einer Meldung wollte sie mich dann dazu „motivieren“, diese anzunehmen und zu unterzeichnen. Natürlich habe ich das nicht getan. Ich sehe es nicht ein, das schadhafte Inventar der Justizvollzugsanstalt Wittlich zu ersetzen, wenn ich nicht dafür verantwortlich bin, das nur, dass der Anstaltsleiter weiterhin den für Resozialisierung bestimmten Etat für seine Drogenbekämpfungsexperimente ausgeben kann.

Ich wurde ja gerade jüngst durch eine erneute, sinnlose Urinkontrolle belästigt (DJP berichtete: Unnötige Urinkontrolle) und nun das.

Auffällig ist, dass gerade einen Tag zuvor die selbe Wärterin dasselbe bei einem Mitgefangenen ein paar Zellen weiter getan hat. Zufällig ist das auch ein Gefangener, der sich wehrt.

Ist das die neue „Strategie“? Durch ungerechtfertigte und übertriebene Repression verursacht die JVA Wittlich Klagen, die sich naturgemäß immer weiter häufen, und macht dann weiter mit Repression. Es ist doch klar, dass genau das dann weitere Klagen generiert.

Ich lasse mir das jedenfalls nicht gefallen. Irgendwann reicht es mal. Wenn auf die nun geschriebene Meldung eine Disziplinarmaßnahme folgt, werde ich mich erneut mit allen legitimen Mitteln rechtlich dagegen wehren. Gespannt warte ich, wie man nachweisen will, dass ich den Schaden verursacht hae, denn nur Nachweise gelten. Vermutungen genügen nicht. Das musste die JVA Wittlich jüngst durch eine herbe Niederlage in einem gerichtlichen Verfahren lernen, weil diese behauptet hat, ich hätte meine Lockerungen missbraucht (DJP wird in Kürze mit allen Details darüber berichten).

Nahezu jede dieser alten Decken ist kaputt. Will man solche auf den Zellen finden, so wird das meistens gelingen, auch natürlich bei Nichtrauchern.

Ich kann absolut nicht nachvollziehen, was die Verantwortlichen damit bezwecken wollen. Sie wissen doch bereits genau, dass man mit ungerechtfertigter Repression bei mir gar nichts erreicht.

Ich möchte dazu Worte des großen Mahatma Gandhi sinngemäß wiedergeben: Man kann mich schlagen, man kann mich töten. Dann hat man meinen Leichnam, nicht aber meinen Gehorsam.

Worte, die mich beeindrucken. Bei mir gilt dasselbe, nur mit Gehorsam ist bei mir die Beugung gegenüber Unrecht gemeint. Sie können alles tun, diese Beugung werden sie nie von mir erhalten. Meine Selbstachtung kann ich nur verlieren, wenn ich sie ihnen gebe. Das wird nie passieren.

Übrigens: Ganz allgemein ist Wahnsinn per definitionem ein sich ständig wiederholendes Handeln, nur mit der Erwartung einer anderen Reaktion.