KW 42: Salzwasser mit Plastikhuhn vom 17.10.2019

Donnerstag, den 17.10.2019

Zutaten p. P.:

Salzwasser
Brühe
Suppengemüse (ZK)
Reis
100 gr. Plastikhuhn (in viereckigen Stücken)

Preis p. P.: (geschätzt)

0,70 Euro

Zubereitung:

Stark versalzenes Wasser und dennoch Brühe zum überwürzen mit den restlichen Zutaten drei Stunden kochen lassen. Das Salzwasser dann lauwarm servieren.

Fazit:

Wie befürchtet haben die „guten Vorsätze“ nicht lange angehalten. Der Küchenchef verfällt in alte Gewohnheiten und Bugs Bunny reibt weiter fleißig Möhren. Zur Fixierung auf die Karotten kommen wir gleich. Zunächst einmal wollen wir die angebliche „Hühnersuppe“ beurteilen. Die Suppe war nicht nur enorm versalzen, sondern das seltsame, in der JVA Wittlich ständig verwendete, in viereckige Stücke geschnittene „Hühnefleisch“ hatte diesmal nicht nur die Konsistenz wie Gummi, sondern war trotz des Totkochens seltsam rötlich. Es schmeckte ebenso seltsam. Man muss sich das mal vorstellen: Pasta, Kartoffeln usw. werden konsequent in ungesalzenem Wasser gekocht indes sind die Suppen nahezu immer versalzen. Wo ist das Problem, das Salz gleichwertig auf beide Positionen zu verteilen? Die Rübenfixierung ist ebenfalls erstaunlich. Klar, Karotten sind gesund und günstig. In manchen Wochen gibt es für uns Gefangene an 5 – 6 Tagen Karotten in irgendeiner Form zu essen. Wie kann man das erklären?

Abschließend noch einmal zur „Suppe“: Wenn Sie Ihren nächsten Sommerurlaub am Mittelmeer verbringen, das ja bekanntermaßen sehr salzig ist, und Plastikstücke in Ihren Mund gelanden (die Ozeane sind ja leider voll davon), dann schlucken Sie es. Geschmacklich erleben Sie dann ziemlich genau die „Hühnersuppe“ vom 17.10.2019 in der Justizvollzugsanstalt Wittlich. Konsistenz und die Wärme stimmen auch überein. Bitte denken Sie dann an uns.

KW 41: Tortellini mit Sahnesauce vom 12.10.2019

Ein klassisches Rezept der Woche ist auch in dieser Woche nicht nötig. Dennoch muss berichtet werden, dass das Essen am 12.10.2019 lauwarm war. Leider ist das in der JVA Wittlich wgen der unklugen Zubereitungs- und Aufbewahrungsweise nicht selten.

KW 39: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 39 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Positiv ist zu bewerten, dass das Essen spätestens seit Anfang dieser Kalenderwoche deutlich besser geworden ist. Es gab zwar dieselben Gerichte wie sonst, diese waren aber deutlich besser zubereitet und/oder aufbewahrt. Natürlich kann ich nicht von meiner Warte aus erkennen, was dafür verantwortlich ist. Wichtig ist allerdings auch nur, dass sich etwas zum Positiven verändert hat, auch wenn das Essen weiterhin teilweise nur lauwarm war. Daran lässt sich bestimmt auch noch etwas ändern. Das Ziel der Kritik ist stets nur die Verbesserung der Situation, denn Kritik hat keinen Selbstzweck. Daher wird auf weitere Rezepte der Woche verzichtet, solange das Essen auf dem aktuellen Niveau bleibt.

KW 38: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 38 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Monitoring: Vergammeltes Essen war in dieser Kalenderwoche nicht erkennbar.

KW 37: Fischfilet á la Analogkäse vom 13.09.2019

Freitag, den 13.09.2019

Zutaten p. P.:

200 gr. Fisch
50 gr. Analogkäse
20 gr. Mohrrüben
100 gr. Kartoffelpüree fertig aus Tüte

Preis p. P.: (geschätzt)

1,80 Euro

Zubereitung:

Fisch in einer undefinierbaren Sauce mit Stiften von der Mohrrübe garen bis er zerfällt. Anschließend mit geriebenem Analogkäse überbacken. Kartoffelpüree nach Anleitung anrühren, keinesfalls würzen, schon gar nicht mit Muskat und zum Fisch in die Menage klatschen. 3 – 4 Tage aufbewahren, dann lauwarm servieren.

Fazit:

Fisch und Käse ist ein NO-GO. Fällt Ihnen irgendein Gericht ein, bei dem das anders ist? Uns fällt nur die Thunfisch-Pizza ein, das war es auch schon. Außerhalb dieser Ausnahme kombiniert man Fisch – wenn man auch nur ein wenig Ahnung von Kulinarik hat – niemals mit Käse.

Bestellt man beim Italiener z.B. Spaghetti Vongole und fragt nach Parmesan, so wird man schief angeschaut, mit gutem Grund.

Zudem ist nuicht zu verstehen, wieso in der „Sauce“ Karotten sind. In der JVA Wittlich gibt es so häufig Karotten, dass man meinen könnte, Bugs Bunny leitet die Küche.

Nahezu jede Woche werden wir mit geriebenen Karotten beglückt (wird „Rohkostsala“ genannt – hört sich eben besser an). Manchmal ist diesen geriebenen Möhren Paprika aus dem Glas, außerdem Mais und Kidneybohnen aus der Dose beigefüt, wodurch die geriebenen Möhren gleich zum „Partysalat“ aufsteigen (hört sich eben noch besser an). Dazu erhalten wir ein Ei, das zu geriebenen Möhren ebenso gut passt wie Käse zu Fisch.

Übrigens: Der „Nudelsalat“, den es auch häufig gibt, steigt durch die gleiche Zugabe von Paprika, Mais und Bohnen zum „Mexikanischen Nudelsalat“ auf, was sich schon fast kreativ anhört.

In dieser Woche ist noch erwähnenswert, dass das „Hacksteak“ am 10.09.2019 die Art Frikadelle war, die wir immer erhalten (hört sich eben nach Vielfalt an). Dazu gab es halb-rohe Kartoffeln.

Monitoring: In dieser Woche war kein verdorbenes Essen erkennbar.

KW 36: Tagliatelle mit Rahmgemüse vom 07.09.2019

Samstag, den 07.09.2019

Zutaten p. P.:

200 gr. Tagliatelle
Wasser
Gemüse aus dem Glas
Kleister
Gewürze sind indes keine nötig

Preis p. P.: (geschätzt)

0,50 Euro

Zubereitung:

Tagliatelle kochen. Das Wasser keinesfalls salzen, um einen besonders faden Geschmack zu erreichen. Gemüse aus dem Glas mit dem Kleister (eine Definition ist nicht möglich) vermengen und erwärmen, bis alles verkocht ist. Alles drei bis vier Tage (!) aufbewahren, dann lauwarm servieren.

Fazit:

Absolut ekelhaft. Mit Würde und Menschlichkeit hat dieses ekelhafte Zeug (ein anderes Substantiv fällt mir nicht ein) rein gar nichts mehr zu tun.

Das Gericht ist schlicht ungenießbar. Der dafür Verantwortliche hat entweder keine Ahnung vom Kochen oder sein Ergebnis ist ihm egal. Was sonst?

Auch mit wenig Mitteln kann man das deutlich besser machen.

Ich hob dieses „Gericht“ beim letztenmal auf und stellte es sofort in den Kühlschrank. Am nächsten Tag wollte ich die Nudeln vom Kleister befreien und diese mit der Sauce vom nächsten Tag essen. Als ich die Brotdose am nächsten Tag öffnete, fiel ich fast um vor Gestank. Das Essen war verdorben. Darin sind auch Pilze.

Diesmal nahm ich es rein, schaute, ob es dasselbe ist, da dem so war, gab ich es wieder raus. Das Risiko war mir zu hoch.

Man kann nicht feststellen, was aus Sicht der JVA Wittlich „Rahm“ oder „Sahne“ sein soll. Auffällig wird nur jetzt langsam, dass viele dieser Gerichte aufgrund der Lagerungsweise ungenießbar sind. Gerichte mit „Sahne“ und / oder Pilzen darf man nicht drei bis vier Tage vorkochen. Sie verderben.

Monitoring: Das „Sahne“hähnchen am 04.09.2019 roch verdächtig. Die „Sahne“sauce war verdorben. Ebenso die Sauce des Essens am Sonntag. Sie schmeckte so säuerlich, dass diesmal ein Essen – trotz Verdorbenheit –  aufgrund des großen Hungers in Haft nicht möglich war.

Es ist eine Schweinerei: Es kann nicht sein, dass sich Gefangene in einem fortschrittlichen Sozialstaat das Fleisch aus der Sauce nehmen müssen, um dieses trocken mit Spätzle und Gemüse zu essen, weil die Sauce verdorben ist.

Die Justizvollzugsanstalt Wittlich muss aufhören, das Essen drei bis vier Tage vorzukochen. Es funktioniert einfach nicht. Die JVA Wittlich kann frisch kochen, wie alle anderen Anstalten auch.

 

KW 35: Tortellini mit Sahnesauce vom 31.08.2019

Samstag, den 31.08.2019

Zutaten p. P.:

300 gr. Tortellini, möglichst geschmacklos
„Sahnesauce“ – nicht definierbar -, muss wie Kleister sein

Preis p. P.: (geschätzt)

1,20 Euro

Zubereitung:

Die Tortellini in ungesalzenem Wasser eine Stunde kochen bis keine feste Konsistenz mehr vorhanden ist. Dies mitgeschmacksneutraler „Sahnesauce“ übergießen, die von Konsistenz und Aussehen Kleister ähnelt. 3 – 4 Tage aufbewahren, dann lauwarm servieren.

Fazit:

Liebloser geht es nicht mehr. Jeder normale Mensch weiß, dass man Nudeln nicht in ungesalzenem Wasser kochen darf. Aber, das muss man sagen, außer Geschmack, Konsistenz, Aussehen und fehlender Wärme war das Essen okay.

Monitoring: Die Erbsensuppe am 28.08.2019 roch und schmeckte verdächtig.

KW 34: Rezept der Woche der JVA Wittlich: „keines“

In Kalenderwoche 34 war das Essen okay, ein Rezept der Woche ist deshalb nicht notwendig.

Monitoring: Vergammeltes Essen war in dieser Kalenderwoche nicht erkennbar.