BGH: Freisprüche für Justizbedienstete

Am 09.09.2019 haben wir über das Revisionsverfahren der zwei Angeklagten und erstinstanzlich verurteilten Justizbedienstete berichtet. Hier geht´s zum Bericht.

Am 26.11.2019 hat der Bundesgerichtshof nun geurteilt. Beide Justizbedienstete sind freigesprochen worden. Sie sind unschuldig. Die vorherigen Urteile des Landgerichts Limburg  sind somit nichtig. Es soll noch erwähnt werden, dass der Vorsitzende des Senats in seiner Urteilsbegründung feststellte, dass die Justizbediensteten den Sachverhalt ordnungsgemäß geprüft haben. Fehler in Ausübung der Sorgfaltspflicht hat es demnach keine gegeben.

Natürlich kann keiner vorhersehen, dass etwas passiert, schon gar nicht in dem Ausmaß, wie es der Fall war. Für die Gesellschaft bleibt zu hoffen, dass die Zahlen der Vollzugslockerungen wieder spürbar steigen. Seit der erstinstanzlichen Verurteilung waren viele Bedienstete verunsichert. Der Strafvollzug hat jetzt zu beweisen, dass das nicht nur eine Ausrede war, sondern dass die Freisprüche auch zu einer positiven Veränderung führen.

„Gewinner“ gibt es in dieser tragischen Geschichte jedoch keine, das soll hier klar gestellt werden. Ein Mann hat dafür gesorgt, dass eine unschuldige junge Frau völlig sinnlos ihr Leben verlor. Nur darum geht es. Mir tut das wirklich sehr leid. Ich glaube nicht, dass die Angehörigen  je darüber hinwegkommen können, ich denke, der Schmerz wird immer bleiben. Aber ich hoffe wirklich aufrichtig, dass sie nun, nachdem alle Verfahren abgeschlossen sind und der Täter seine gerechte Strafe erhalten hat, wenigstens etwas zur Ruhe kommen können und es vielleicht schaffen, irgendwann damit leben zu können.

Es ist schwer, als Unbeteiligter dafür aber richtige Worte zu finden. Mir war es nur wichtig, dass bei dieser Sache betont bleibt, wer die Leidtragenden sind. Ich wünsche den Angehörigen alles Gute!

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