Die JVA Wittlich hat weiterhin kein Interesse an einer Resozialisierung und Eingliederung

Im aktuell gültigen Vollzugsplan wurden mir zur Sichtung meiner Unterlagen bzgl. Entschuldung Ausgänge gewährt. Dies geschah aber in einem Rahmen, der mir rein gar nichts nützt.

Mein Anwalt für Insolvenzrecht hat der JVA Wittlich mehrmals mitgeteilt, dass ich, um in der Entschuldung weiterzukommen, meine Unterlagen sichten, also sortieren muss. Dies ist notwendig, um die Gläubigerauflistung vorzunehmen. Ohne diese Aufstellung komme ich nicht weiter.

Die JVA gewährte mir zwar Ausgänge. Diese sollten aber nur pro Monat vier Stunden und im „Stadtgebiet von Wittlich“ stattfinden. Diese sind für mich also völlig nutzlos. Das weiß die JVA Wittlich auch. Ich kann in Wittlich schlecht Unterlagen sortieren, die 120 km entfernt Zuhause eingelagert sind. Es drängt sich daher deutlich der Eindruck auf, die JVA hat nur deswegen Ausgänge gewährt, weil ich diese wegen der Sinnlosigkeit nicht nutzen kann. Mehr Schein als Sein eben. Die JVA ist sich auch sehr wohl bewusst, dass ich die 15 Monate Lockerungen nie missbrauchte und dass ich ihr gegenüber so ehrlich bin, dass ich nutzlose Ausgänge nicht mache.

Der Eindruck wird noch verstärkt dadurch, dass ich bereits im November 2019 den Anstaltsleiter und die VALin darauf hinwies und um Optimierung bat. Bis dato erhielt ich – wie erwartet – keine Antwort. Auf eine Anmerkung zur möglichen Unterschriftspflicht durch den Anstaltsleiter erhielt ich allerdings sofort eine Antwort. Offenbar muss es um die Verantwortlichen gehen, damit sie reagieren.

Das alles beweist einmal mehr, dass die JVA Wittlich an einer Resozialisierung und einer Eingliederung i. d. R. keinerlei Interesse hat, obwohl genau das die Aufgabe des Vollzugs ist. Wittlich sperrt aber nur weg. Man kann ja alles nach Entlassung machen, heißt es oft. Klar, kann man das. Das ist aber nicht Sinn der Sache. Man kann es nämlich auch am Ende der Haft machen, um bestmöglich in die Gesellschaft zu finden. Die JVA glaubt offensichtlich, dass sie keine Verantwortung trägt, wenn Gefangene Straftaten nach der Haft begehen. Das aber ist nicht korrekt. Ist eine Resozialisierung unterblieben, so kann dieser Umstand zu weiteren Straftaten führen.

Diese Gefahr besteht bei mir wegen der Tataufarbeitung nicht, dennoch ist die JVA Wittlich für schädliche Folgen für meine Person verantwortlich.

Ich kann mich um nichts kümmern: Ich kann mich nicht um einen Job bemühen, kann kein Konto eröffnen und ich kann mich nicht um die Entschuldung kümmern. Seltsam, es war doch gerade die JVA Wittlich, die meine erneute Lockerung auch deswegen verwehrte, weil ich – wie schon früher, vor den Lockerungen (!) – verschuldet bin. Will ich mich dann weiter darum kümmern, verwehrt mir das die JVA. Das belegt, dass „negative Aspekte“ nur missbraucht werden, um mir das Leben zu erschweren. Will ich diese beseitigen, so lässt man mich nicht. Das ist ein Musterbeispiel für eine Resozialisierung á la Wittlich.

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