Erneute „Revision“ in der JVA Wittlich: Das Justizministerium kam, sah – und machte nichts

Am 27.02.2020 hat das Ministerium der Justiz in Mainz wieder eine Besichtigung in der JVA Wittlich durchgeführt. Eine Veränderung in irgendeiner Form erfolgte jedoch wieder nicht.

Herr S., seines Zeichens alter (und neuer?) Bezugsreferent des Ministeriums für die Justizvollzugsanstalt Wittlich, betrachtete sich meine Zelle. Was das sollte, verstehe ich bis heute nicht. Ein Mitgefangener sagte danach zutreffend, wie ich finde, dass sie lieber mal ihre Leute (die verantwortlichen Bediensteten der JVA Wittlich) als die Zelle kontrollieren sollten.

Ich hatte leider nie die Möglichkeit, Abitur zu machen. Aber ich glaube, eine Wahrscheinlichkeitsberechnung bekomme selbst ich hin (die Klügeren mögen mich korrigieren, sollte ich mich irren).

Zwei Besuche des Ministeriums, wobei jedes Mal auch meine Zelle besichtigt wurde. Zufall?

Bei 20 Zellenbesichtigungen von 500 pro Besuch liegt die Chance, dass zufällig meine darunter ist bei 4 Prozent. Um zu errechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass meine Zelle bei beiden Besuchen ausgesucht wird, multiplizieren wir einfach die Wahrscheinlichkeiten miteinander, hier also 20/500 oder einfacher 1/25 x 1/25. Wir können auch 4 Prozent von 4 Prozent errechnen. Das Ergebnis ist in jedem Falle 0,16 Prozent. So hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, dass bei beiden Malen zufällig meine Zelle unter den besuchten war. Zu 99,84 Prozent war das also kein Zufall.

Was aber ist dann der Sinn dessen?

Die einzig logische Erklärung ist die, dass man mir zeigen wollte, dass die JVA erneut besichtigt wird. Diesbezüglich fand auch kein inhaltliches Gespräch statt, sondern es erfolgten nur die üblichen Höflichkeitsfloskeln.

Besichtigungen interessieren mich aber nicht. Mich interessieren nur Handlungen in Form von Verbesserungen. Solche sind nach wie vor nicht erfolgt. Wir werden weiterhin nur verwahrt. Eine offene Freizeit oder gar ein Wohngruppenvollzug wird weiterhin verwehrt.

Auch auf konkrete Hinweise durch mich wurde nicht wirksam durch das Justizministerium reagiert. Es wurde weder meine erwünschte Klarstellung abgegeben, dass es sich bei der Aussage in der Stellungnahme zur Führungsaufsicht, ich würde nur schriftlich mit den Entscheidungsträgern des Vollzugs kommunizieren, um eine Falschbehauptung handelt; noch wurde die Durchsage, dass eine Überwachung von Telefonaten erfolgen kann, die laut Gesetz nur dann erfolgt, wenn eine Überwachung tatsächlich beabsichtigt ist, die hier aber immer eingespielt wird, abgeschaltet.

Stattdessen wurden mir am 06.03.2020 zwei Schreiben dazu von der VALin A. der Abteilung 6 der JVA Wittlich ausgehändigt. Um deren Inhalte kümmern wir uns im nächsten Bericht.

In beiden Fällen handelte das Justizministerium als Aufsichtsbehörde nicht! Obwohl man doch durchaus meinen könnte, es handele sich um ernsthafte Sachverhalte.

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