JVA Wittlich

Übersicht der Justivollzugsanstalt Wittlich auf DJP

Hier: Die Daten und Fakten der JVA Wittlich
Knasttagebuch
Rezepte der Woche
Kein Anstaltsarzt in der JVA Wittlich

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Bild der JVA Wittlich

Foto der JVA Wittlich - Google Earth
Quelle: Google Earth

Beschreibung der Justizvollzugsanstalt Wittlich

Die JVA (Justizvollzugsanstalt) Wittlich ist eine Haftanstalt in Rheinland-Pfalz. Sie ist die größte Anstalt des Landes und eines der größten Gefängniskomplexe in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Der Komplex besteht aus der JVA für männliche Untersuchungs- und Strafgefangene, aus der JSA (Jugendstrafanstalt) Wittlich für männliche Untersuchungs- und Strafgefangene nach Jugendstrafrecht uns aus dem JVK (Justizvollzugskrankenhaus) für männliche und weibliche Gefangene. Zudem steht auch ein offener Vollzug unter Verwaltung der JVA Wittlich. Nach mehrjährigem Bau wurde 2009 das neue Gebäude für ca. 70 Millionen Euro mit 610 Haftplätzen fertiggestellt (links auf obigem Satellitenbild). Die Gesamtkapazität wird mit nun insgesamt 900 Haftplätzen angegeben.

Anschrift und Kontaktdaten der JVA Wittlich

Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich
Trierer Landstraße 64
54516 Wittlich

Telefon: 06571/996-0
Vereinbarung Besuchstermine JVA Wittlich: 06571/996-1204 oder per eMail
Telefax Zentrale: 06571/996-1113
Geschäftszeit: Mo. – Do. 08:00 bis 15:00 Uhr, Fr. 08:00 bis 12:00 Uhr

außerhalb der Geschäftszeiten für
– vollzugliche Angelegenheiten:  06571/996-1226
– medizinische Angelegenheiten:  06571/996-1420

eMail: poststelle.jvawt@vollzug.jm.rlp.de

Jugendstrafanstalt (JSA) Wittlich
Fallerweg 9
54516 Wittlich

Telefon: 06571/996-0
Telefon Geschäftsstelle: 06571/996-1510
Telefax: 06571/996-1511

eMail: poststelle.jvast@vollzug.jm.rlp.de

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Die Anstaltsleitung der JVA Wittlich

Jörn Patzak (Regierungsdirektor)

Vertretung:
Elena Deliargyris (Regierungsdirektorin)
Philipp Stahlhacke (Regierungsrat, ehemaliger Dezernent der JVA Frankenthal)

Die Anstaltsleitung der JSA Wittlich

Philipp Stahlhacke

Zuständigkeit

Im geschlossenen Vollzug der Männer:
– Gefangene mit Haftstrafen von zwei – acht Jahren – Landgericht Trier
– Gefangene mit Haftstrafen bis zu zwei Jahren – Landgericht Koblenz

Informationen für Angehörige und zukünftige Inhaftierte in der Justizvollzugsanstalt Wittlich

Gefangenentelefonie

Gefangene können grundsätzlich nicht angerufen werden, sondern nur selbst telefonieren, sobald sie sich nach Inhaftierung ein Telefonkonto haben einrichten lassen.

Post / Pakete

Postalisch können die Gefangenen in der JVA Wittlich einfach durch hinzufügen des Namens zu o. g. Adresse der JVA erreicht werden (die Post kann kontrolliert werden).

Pakete dürfen die Gefangenen nur erhalten, nachdem sie vorher einen Paketschein durch Beantragung des Empfangs der jeweiligen Waren (in der Regel sind das Kleidungsstücke, Brillen usw.) haben, den sie an den Versender geschickt haben. Gefangene in Rheinland-Pfalz dürfen keine Pakete mehr mit Nahrungs- und Genussmitteln empfangen.

Geldeinzahlungen an Gefangene

Geld an Gefangene muss auf das Anstaltskonto (bitte beim Gefangenen oder der JVA erfragen) überwiesen werden. Dabei wird bei Überweisung der Name und das Geburtsdatum – und ein eventueller Zweckbindungshinweis – als Verwendungszweck angegeben.
Es wird davon abgeraten, Gefangenen Bargeld zu senden. Dies wird gesperrt, und steht dem Inhaftierten bis zum Haftende demnach nicht zur Verfügung.

Situation des Strafvollzuges Rheinland-Pfalz

Die schlechte Situation des Strafvollzuges des Landes Rheinland-Pfalz wird stets bekannter. Nicht nur Gefangene, sondern auch Rechtsanwälte und sogar Politiker kritisieren – teils schwerwiegende – Mängel im Bereich der Resozialisierung, der medizinischen Versorgung und die Überbelegung. Aufgrund des oft fehlenden Willens, die Gefangenen zu resozialisieren, sind die Haftanstalten in Rheinland-Pfalz so voll, dass das Land eine der höchsten prozentualen Haftplatzbelegungsquoten im bundesdeutschen Vergleich aufweist. Um den Zeitpunkt der Einführung des eigenen Strafvollzugsgesetzes für Rheinland-Pfalz, 2013, vernahm man Ankündigungen, dass der Strafvollzug Rheinland-Pfalz sich durch Einführung des Landesjustizvollzugsgesetzes (LJVollzG) so positiv entwickeln wird, dass nach einigen Jahren eine ganze Anstalt des Landes geschlossen werden kann. Natürlich haben sich diese “Vorhersagen” nicht erfüllt. Nun ist es so, dass geplant sein soll, die JVA Trier zwar zu schließen, stattdessen aber der Altbau der JVA Wittlich zu sanieren. Insgesamt wären dann mehr Haftplätze als jetzt vorhanden.

Besonderheiten der JVA Wittlich

Die Resozialisierungskrise spiegelt vor allem die JVA Wittlich wider. Seit der aktuelle Anstaltsleiter seinen Dienst angetreten hat, entwickelt sich die Anstalt zurück, so die Einschätzung des dort inhaftiereten DJP-Autors, der dazu auch mit vielen Personen gesprochen hat, die die Anstalt von früher kennen. Statt die dringend notwendige Progression einzuleiten, sorgt der Anstaltsleiter für eine ständig größere Repression, um die JVA offenbar so weit zurückzuentwickeln, bis daraus eine reine Verwahranstalt entstanden ist. Kaum ein Gefangener wird gelockert oder gar in die OVA (offener Vollzug) verlegt. Das ist auch durch Zahlen belegt, es sind regelmäßig nur etwa 10 Gefangene im offenen Vollzug. Das mag damit zusammenhängen, dass der Anstaltsleiter vorher Staatsanwalt war, die Straftäter also eingesperrt hat. Jetzt soll er sie herauslassen. Keiner versteht so recht, wie das funktionieren soll. Die Zahlen sind erdrückend. Das Justizministerium sollte sogar angedroht haben, die OVA aufgrund der geringen Auslastung zu schließen. Seither sind bisweilen gerade so viele Gefangene dort, dass diese geöffnet bleibt, sodass der Anstaltsleiter die Mittel für das Personal einstreichen kann. An der Auslastung einer OVA erkennt man die Qualität einer Haftanstalt. Bei 10 Gefangenen in der OVA von 600 Inhaftierten, entspricht das einer Quote von nicht einmal 2 %. Das dürfte eine der schlechtesten Quoten in Deutschland sein, zumindest im Land Rheinland-Pfalz.
Aber nicht nur die Lockerung des Vollzugs und somit die Resozialisierung scheitert am fehlenden Willen, sondern auch die Zustände im geschlossenen Vollzug sind in Bezug auf eine Resozialisierung katastrophal. Während derzeit fast alle Anstalten eingesehen haben, dass der Vollzug geöffnet werden muss (auch rheinland-pfälzische Anstalten), und deshalb Wohngruppenvollzug eingeführt oder zumindest eine offene Freizeit haben, sodass den Gefangenen wenigstens ein geringer sozialer Kontakt ermöglicht wird, gibt es in der diesbezüglich rückständigen Justizvollzugsanstalt nichts dergleichen, obwohl sie baulich sogar einen Wohngruppenvollzug ermöglichen würde. Durch die ständig steigende Repression steigt natürlich die Gewaltbereitschaft wegen des Drucks auf die Gefangenen und dadurch ist auch nicht mit dem Rückgang des Drogenkonsums zu rechnen. Durch die sinnlose und schädliche Repression gerät die JVA immer häufiger mit dem Gesetz in Konflikt, weshalb sie Klagen (Verfahren über Anträge auf gerichtliche Entscheidung, die sog. “109er” verliert, weil sie z.B. rechtswidrig Disziplinarmaßnahmen verhängt oder Gefangenen aufgrund bloßer Strafanträge nachgewiesene Straftaten unterstellt (siehe z.B. in DJP-Bericht Landgericht Trier stellt Rechtswidrigkeit fest).

Die Geschichte der Anstalt

Die Anstalt wurde 1902 gegründet. Zunächst bestand diese in Form einer Doppelanstalt, genannt “Königliches Männer-Gefängnis” und “Königliches Weiber-Gefängnis” für insgesamt bis zu 708 Gefangene.

1912 wurde im Gebäude des Frauengefängnisses auch ein Jugendgefängnis eingerichtet (dabei handelt es sich um den Altbau – rechtes Gebäude auf obigem Bild).

1943 wurde das Strafgefängnis Wittlich als Ausweichunterbringung für Gefangene aus dem Kölner Gefängnis Klingelpütz genutzt, da dieses durch Bombenangriffe beschädigt wurde. Zeitweise tagte deshalb das für diese sog. “Nacht-und-Nebelgefangenen” zuständige Sondergericht Köln in Wittlich, um die Verhandlungen ohne Transporte nach Köln abhalten zu können

Nach dem Krieg wurde das Gefängnis durch die französische Besatzungsmacht für die Inhaftierung von Kriegsverbrechern genutzt.

Die Stadt Wittlich

Wittlich an der Lieser ist die Kreisstadt des Landkreises Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Die Stadt Wittlich hat etwa 19.500 Einwohner und befindet sich im Westen des Landes. Sie ist die größte Stadt zwischen Trier und Koblenz.

Die erste namentliche Nennung Wittlichs datiert auf das Jahr 1065. Menschliche Überreste wurden aber in der Südeifel liegenden Stadt aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. entdeckt.

Eine stattliche Villa rustica ist stumme Zeugin der Römerzeit. Diese befindet sich unter der Autobahnbrücke.

Bürgermeister ist derzeit (Stand: 11/2019) Ralf Bußner (CDU).

Der bekannteste Gefangene der JVA Wittlich

Das RAF-Mitglied Holger Meins starb am 09. November 1974 nach einem 58-tägigen Hungerstreik in der JVA Wittlich. Dies sorgte seinerzeit für große Aufmerksamkeit in der ganzen Bundesrepublik. Der damalige Anstaltsarzt wurde in diesem Zuge scharf kritisiert, weil ihm vorgeworfen wurde, lieber in den Urlaub gegangen zu sein, als sich um den im Hungerstreik befindlichen Gefangenen zu kümmern.

Für die JVA Wittlich gültiges Gesetz

Landesjustizvollzugsgesetz Rheinland-Pfalz
(Quelle: http://www.gesetze-soziale-arbeit.nomos.de/fileadmin/gfdsa/doc/100k01-RPLJVollzG.pdf)

Für die JSA Wittlich gültiges Gesetz

Landesjustizvollzugsgesetz Rheinland-Pfalz
(Quelle: http://www.gesetze-soziale-arbeit.nomos.de/fileadmin/gfdsa/doc/100k01-RPLJVollzG.pdf)

Weitere Informationen dazu hier. Initiative „Recht für alle!“

Weblinks zur Justizvollzugsanstalt Wittlich

https://de.wikipedia.org/wiki/Justizvollzugsanstalt_Wittlich

https://jvawt.justiz.rlp.de/de/startseite/

Weblinks zur Jugendstrafanstalt Wittlich

https://jvawtj.justiz.rlp.de/de/jsa-wittlich/