Leserbrief eines ehemaligen Gefangenen der JVA Wittlich

Bereits am 27.02.2020 erreichte uns folgender sehr mutiger und aufrichtiger Leserbrief eines ehemaligen Gefangenen der JVA Wittlich.  Auf Grund der vielen Arbeit konnten wir erst am heutigen Tage Kontakt mit dem Verfasser aufnehmen. Freundlicherweise hat er uns gestattet, seine Eingabe zu veröffentlichen. Herzlichen Dank dafür! Wir stehen in Korrespondenz mit ihm und freuen uns auf einen Gastbeitrag von ihm, den wir dann umgehend auf DJP veröffentlichen werden. Hier nun seine Mitteilung in inhaltlich unveränderter Form. Wir lassen seine Ausführungen an dieser Stelle unkommentiert, denn sie sprechen für sich selbst. Seinen Namen werden wir zu seinem Schutze vor staatlichen Sanktionen unter allen Umständen geheim halten und hier anonymisieren:

Hi, Ich bin vor kurzem, genauer gesagt am XX.01.2020 [genaues Datum von der Redaktion unkenntlich gemacht] aus der JVA Wittlich entlassen worden, und kann dem was du hier so schreibst zu 100 % zustimmen. Auch ich habe die Haftzeit als absolut menschenverachtend erlebt, eine Resozialisierung findet hier nicht statt, im Gegenteil, in meinem Fall wurden mir sogar bei der Aufrechterhaltung meiner Sozialkontakte seitens der Anstalt, insbesondere durch die VAL und Sozialarbeiterin der Zugangsstation, massiv Steine in den Weg gelegt. Daher würde ich mich freuen, dich unterstützen zu können, wenn das möglich ist. Beste Grüße DJP-Leser [von der Redaktion anonymisiert]

KW 6: Kein Ende in Sicht!

Es wird einfach nicht besser. Die Tatsache, dass nicht mehr “Rezepte der Woche” publiziert werden, liegt nur daran, dass das Essen sich alle 3 – 4 Wochen wiederholt. Die fehlende Variation ist also dafür verantwortlich. Eine “Frikadelle” als “Hackbraten” zu bezeichnen, verwandelt für sich allein die Frikadelle leider nicht in einen Hackbraten. Zumindest nicht in der Realität.

Das Essen ist weiterhin lauwarm, manchmal sogar kalt. Der Reis, den es am 08.02.2020 gab, roch wieder muffig und war ungenießbar. Es funktioniert so einfach nicht, dem Küchenverantwortlichen und dem Anstaltsleiter scheint das egal zu sein. Das finde ich ekelhaft.

Ich betone noch einmal, dass ich kein Rumpsteak erwarte, sondern nur, dass die sowieso vorhandenen Produkte adäquat verarbeitet und herausgegeben werden. Diesen Anspruch sollten die Verantwortlichen haben. Schließlich haben sie einen Eid auf die Verfassung geschworen, in der es auch heißt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.

Wenn man dann allerdings hört, dass der Küchenverantwortliche bei Schimmel sagt:”Schöpft es ab!” oder “Wir haben nur das und geben es deswegen raus!”, so ist das meiner Meinung nach mit der Würde von Menschen nicht vereinbar. Das muss ich in aller Deutlichkeit sagen. Pfui!